Höxter / 03.01.2019 (RD). Was man anfängt, sollte man auch zum Ende bringen! Dieser wichtigen Tugend wird anscheinend in den wichtigen Höxteraner Entscheidungskreisen keinerlei Bedeutung mehr zugemessen. Im aktuellen Fall geht es um das Freibad Höxter, das aufwendig saniert wird dank dem beschlossenen „Maßnahmenbündel 1“. Eröffnet werden soll es schon im Mai 2019. Das beschlossene „Maßnahmenbündel 2“, welches die Sanierung des Sanitärtraktes beinhaltet, sollte eigentlich schon in der Umsetzung sein – ist es aber nicht. Wir bedauern das sehr, weil diese wichtige Maßnahme hinten angestellt worden ist. Lesen Sie dazu die Gedanken unseres Fraktionsvorsitzenden Ralf Dohmann aus der Entscheidungs- und Denkfabrik Höxter:
 
 
 
„Wir haben ein Problem in Höxter! Im Rat der Stadt Höxter werden keine zielführenden Entscheidungen getroffen. Wir fangen Projekte an und beenden Sie nicht abschließend. Zu viele Projekte, die in der Pipeline sind, führen dazu, dass sich alle Beteiligten verzetteln. Dieses geht zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger. Wir sollten zukünftig darauf achten, dass die Dinge, die wir mehrheitlich beschlossen haben, auch abschließend umgesetzt werden.
 
Häufig ist es so, dass uns auf der halben Strecke die Motivation dazu verlässt. So wie wir jetzt die Sanierung des Freibades mit Beendigung des Maßnahmenbündel 1, weiter voranbringen müssten, indem wir das Maßnahmenbündel 2, zwar verspätet in 2019 umsetzen, aber dennoch als Weiterführung der begonnen Sanierung. Jetzt die Handbremse zu ziehen und zu sagen „Wir haben aufgrund anderer Projekte im Haushalt keine Mittel zur Verfügung“ ist das falsche Signal für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Hier hätte ich auch etwas mehr Motivation seitens unseres Bürgermeisters erwartet.
 
Jetzt wird ein Dauer-Provisorium geschaffen, indem in den bestehenden Sanitärräumen eine vorübergehende Erneuerung des Rohrleitungssystems, welche direkt auf der Wand verlegt wird, eine Sanierung der Sanitärobjekte und eine Erneuerung der Elektroinstallation vorgenommen wird. Die ursprünglichen Fliesen inklusive der aufsteigenden Feuchtigkeit in den Wänden, wird außer Acht gelassen. Dieses ist eine mangelhafte Umsetzung, die meiner Meinung nach, unseren Badegästen nicht zugemutet werden kann.
 
Stattdessen hätten wir übergangsweise für eine Badesaison die im Eigentum der Stadt Höxter befindlichen Sanitärcontainer am Freibad zum Einsatz bringen sollen. Man hätte dann die Zeit sinnvoll nutzen können, um das Bestandsgebäude zielführend zu sanieren und es für die nächsten Jahrzehnte seiner ursprünglichen Nutzung übergeben zu können und damit die Attraktivität des Freibades ab 2020 nochmals zu steigern. Stattdessen werden wir jetzt die provisorisch sanierten Sanitärräume und Umkleiden die nächsten Jahre unseren Gästen zumuten. Dies kann und darf nicht im Sinne des Rates der Stadt Höxter sein.
 
Es muss sich etwas ändern in Höxter. Es muss dringend überdacht werden, in welcher Form Projekte auf dem Weg gebracht werden, um diese dann abschließend und vollständig fertig stellen zu können. Eine Flut an neuen Projekten ist weder für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Höxter hilfreich, noch sinnvoll für die Außendarstellung der Stadt Höxter gegenüber den Nachbargemeinden.
 
Das marode Gebäude wird nicht saniert, sondern halbherzig für einen Einsatz zur Badesaison 2019 reaktiviert. Dies bedeutet langfristig, dass die jetzt schon in Mitleidenschaft geratene Bausubstanz, von der man zu Recht sagen kann, dass sie sich in einem beschämenden Zustand befindet, weiterhin gegen Null gefahren.
 
Nach umfangreicher Diskussion und Darstellung aller Argumente seitens der Fraktion Bürger für Höxter, die sich für den temporären Einsatz in der Badesaison 2019 nutzbaren Containeranlage ausgesprochen hat, hat die Mehrheit des Ausschusses die provisorische fast dreimal so teure Reaktivierung der Sanitärräume im Bestandsgebäude zugestimmt.
 
Auch die mit einmal im Raum stehende siebenstellige Summe, die angeblich für die Umsetzung des zweiten Maßnahmenpaketes investiert werden müsste, ist in keinster Form im Detail erläutert worden. Außerdem wurde nicht nachgewiesen, in welcher Form sich diese Summe zusammensetzt und ob es sich dabei um eine Sanierung des Bestandsgebäudes handelt oder um einen Neubau eines kompletten Eingangsbereiches inklusive neuer Sanitär- und Umkleideräume mit einer zusätzlichen Möglichkeit dort ebenfalls den Kiosk zu integrieren“.
 
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Dohmann (Fraktionsvorsitzender der BfH)
 
 
Foto: John-Jerome Maly